Das ist vielleicht die meistgestellte Frage bei Vintage Workwear: Warum kostet die eine Detroit Jacket 80 € und die andere 250 €, obwohl auf beiden Carhartt steht?
Die Antwort ist, dass es zwei verschiedene Marken sind. Sie teilen einen Namen und eine Geschichte, aber ansonsten sind es getrennte Unternehmen mit eigenen Designs, Passformen und Preisen.
Carhartt: die amerikanische Arbeitskleidung (1889)
Das Original. Hamilton Carhartt begann in Detroit mit Überzügen für Eisenbahnarbeiter, und die Marke stellt seither Arbeitskleidung her, die vom Gebrauch zerstört werden soll, nicht von der Zeit. Duck Canvas, dreifache Nähte, Nieten an den Belastungspunkten.
Merkmale:
- Weiter, kästiger Schnitt — gemacht, um über Arbeitskleidung getragen zu werden
- Schwerer Canvas und robuste Materialien
- Begrenzte Farbpalette: Braun, Schwarz, Marine, Hunter Green
- Verkauft über Baumärkte und Arbeitskleidungsgeschäfte, nicht über Modegeschäfte
Carhartt WIP: die europäische Modelinie (1989)
WIP steht für Work In Progress. 1989 kaufte ein deutsches Unternehmen die europäische Lizenz und begann, dieselben Silhouetten neu zu entwerfen — für die Straße statt für die Baustelle. Schlankere Passformen, saisonale Kollektionen, Kollaborationen und eine viel breitere Farbpalette.
Merkmale:
- Schlanker und kürzer geschnitten als das amerikanische Original
- Saisonale Farben und Prints
- Kollaborationen mit Streetwear- und Musiklabels
- Verkauft über Modegeschäfte und Streetwear-Boutiquen
Wie erkennt man den Unterschied?
Schauen Sie auf das Etikett. Das ist die schnellste Prüfung:
- Steht nur Carhartt — oft mit "Made in USA" oder einer amerikanischen Adresse —, ist es die amerikanische Linie.
- Steht Carhartt WIP, ist es die europäische Modelinie. Das WIP-Logo befindet sich meist auch außen auf dem quadratischen Etikett.
Zusätzlich: Fühlt es sich wie baustellenschwerer Canvas mit weitem Schnitt an, ist es amerikanisch. Ist es schlanker geschnitten in einer Farbe, die man auf einer Baustelle nie sehen würde, ist es WIP.
Welches sollten Sie haben?
Das hängt davon ab, was Sie suchen — nicht davon, welches "besser" ist.
Wählen Sie amerikanisches Carhartt, wenn Sie maximale Haltbarkeit wollen, einen weiten, oversized Schnitt mögen, oder den authentischen Workwear-Look suchen. Es ist secondhand in der Regel auch günstiger.
Wählen Sie Carhartt WIP, wenn Sie eine Passform wollen, die näher an normaler Kleidung liegt, saisonale Farben mögen, oder gezielt nach Collab- und Sammlerstücken suchen.
Warum ist WIP teurer?
Einfach: Knappheit und Nachfrage. WIP wird in kleineren Auflagen produziert, mit saisonalen Kollektionen, die nicht zurückkehren, und hat ein Sammlerpublikum. Amerikanisches Carhartt wird seit über hundert Jahren in riesigen Mengen produziert — davon gibt es einfach viel mehr.
Das bedeutet übrigens auch, dass mehr WIP-Fälschungen im Umlauf sind, gerade weil die Margen höher liegen. Bei uns wird jedes Stück über LegitApp plus meine eigene Kontrolle verifiziert, und es gilt 30 Tage Geld-zurück.
Bei uns stehen sie getrennt
Genau weil es zwei verschiedene Dinge sind, halten wir sie getrennt. Sehen Sie sich Carhartt für das amerikanische Original an, oder Carhartt WIP für die europäische Modelinie. Bei jedem Artikel geben wir an, um welches der beiden es sich handelt — damit Sie nie für das falsche bezahlen.
Suchen Sie mehr in diese Richtung? Schauen Sie auch bei Dickies und Workwear vorbei.
Häufig gestellte Fragen
Ist Carhartt WIP gefälschtes Carhartt?
Nein. Carhartt WIP ist eine offizielle, lizenzierte europäische Linie, die seit 1989 existiert. Es ist eine andere Marke, keine Fälschung.
Welches ist von besserer Qualität?
Amerikanisches Carhartt verwendet schwerere Materialien und ist rein auf Haltbarkeit ausgelegt. WIP ist modeorientierter mit schlankeren Passformen. Qualitativ sind beide gut — sie sind für etwas anderes gemacht.
Fällt WIP kleiner aus als normales Carhartt?
Ja, meistens. WIP ist schlanker und kürzer geschnitten. Verlassen Sie sich immer auf die gemessenen Zentimeter statt auf das Größenetikett.
Warum ist WIP secondhand teurer?
Kleinere Auflagen, saisonale Kollektionen, die nicht zurückkommen, und ein aktiver Sammlermarkt.